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Stimberg Zeitung vom 16.03. 1981

DEF: Kein "Understatement" bei der Kritik

OER-ERKENSCHWICK. Zum Schluß stellte niemand die Vertrauensfrage oder einen Mißtrauensantrag und das zeigt eigentlich, daß auch beim Deutsch-Englischen Freundeskreis nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Allerdings konnte sich der Beobachter der Jahreshauptversammlung nicht des Eindrucks erwehren, daß die Vorstandsmitglieder noch einige Zeit an der Suppe zu löffeln haben werden, die ihnen Kassierer Fritz Deutschmann mit äußerst kritischen Anmerkungen eingebracht hatte.

Da war nichts vom englischen "Understatement" zu spüren, als der Kassenwart "vom Leder zog" und seinen Kollegen in der DEF-Spitze Mängel in der Vorstandsarbeit ankreidete. Eine Kritik, die sich wohl generell vor allem auf mangelnde Koordination im Vorstand und auf die weitgehend fehlende Einbeziehung Deutschmanns in die Vorstandsarbeit bezog. So seien laut Deutschmann viele Versäumnisse der Vergangenheit zu erklären.

Friedrig Kerzig wollte seinem Kritker zwar in einigen Einzelfällen durchaus recht geben, wies allerdings den Tenor der Kritik als Versuch zurück, "uns und unsere Arbeit in ein falsches Licht zu rücken".

Dabei hatte Deutschmann den "Hammer" noch gar nicht ausgepackt. Das tat er bei der Verlesung des Kassenberichts, als er feststellte, daß der Vorsitzende und sein Stellvertreter ("oder deren Ehepartner") laut Quittungsbeleg die letzte Flugreise nach North Tyneside zum Nulltarif gebucht hätten, während alle anderen Reiseteilnehmer ihren Flug ordnungsgemäß bezahlt hätten. Gemurmel im Saal und die Versicherung von Friedrich Kerzig, daß ihm diese kostenlose Reise zwar angeboten worden sei, er aber jeden Beweis antreten könne, daß er genau wie die anderen bezahlt habe.

Die Versammelten glaubten dem Vorsitzenden, daß hier eher ein Formfehler als ein Verstoß vorliege und sahen keinen Grund, mit "harten Bandagen" gegen den ersten Mann des Freundeskreises vorzughen. Ein Kreis der, so Karin Kuczera, bei seiner Gründung nicht unbedingt ein typischer Verein mit Vorstand Basis werden wollte. "Wir mußten uns aus vielen Gründen diese Organisationsform geben, aber wollten doch immer mehr Freundeskreis und weniger Verein sein."

Wie auch immer, in den 18 Monaten seines Bestehens kann der "Freundeskreis-Verein" durchaus auch auf Erfolge zurückblicken. Der Austausch mit der Partnerstadt North Tyneside läuft gut an, und nicht zuletzt den Oer-Erkenschwicker Freunden" ist es wohl auch zu verdanken, daß sich in North Tyneside nun ein ähnlicher Kreis gebildet hat.

Folgende Wahlen standen an: Karin Kuczera (2. Vorsitzende), Elke Kersting (2. Kassierer), Bernd Kuczera (Geschäftsführer), Bernd Klemens und Jürgen Linke (Ausschuß für Kultur), Erwin Konrad und Christine Kremin (Ausschuß für Familie und Soziales), Gerda Wggelinghoff (1. Schriftführer), Marianne Steiner (2. Schriftführer).

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