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Stimberg Zeitung vom 01.04.1970

Deutsche und englische Familie haben
Schwung durch herzliche Freundschaft

Privater Kontakt über Land und Meer hinweg. Es begann in Spanien

Oer-Erkenschwick. Während heimische und französische Sportler aus Halluin gemütlich in der Stadthalle weilten und heimische Realschüler ihre Koffer packten, um startbereit für eine Reise zur englischen Stadt Longbenton zu sein, spielte sich im Hause Brecht-Str. 10 ein privates Familientreffen zwischen Deutschen, Engländern und Franzosen ab. Das Ehepaar Karin Packmohr war gastgebender Teil in einer netten Tischrunde mit internationalem Gepräge. Die englischen und französischen Freunde haben die reisefreudigen Eheleute, die beide berufstätig sind, weitab von Oer-Erkenschwick im Urlaubsaufenthalt kennengelernt. Dem englischen Ehepaar Weston, das jetzt mit seinem 10 jährigen Sprößling Anthony über Ostern hier war, ist man zum erstenmal am Strand von Calella, also unter Spanischer Sonne, begegnet.

Aus dieser Bekanntschaft entwickelte sich eine echten Freundschaft, die mit gegenseitigen Besuchen intensiv gepflegt wird. Zu Weihnachten 1968 weilte die Familie Packmohr erstmalig zu Besuch bei der Familie Weston in Blackburn, einer Stadt in der Nähe von Manchester. "Charly" Weston und dessen Frau besitzen in Blackburn einen ansehnlichen Supermarkt, der ihnen nur während der Feiertage etwas Ruhe und Muße läßt. Es folgte der erste Gegenbesuch der Engländer in Oer-Erkenschwick, dann machten die Deutschen wieder Visite in Blackburn. Und nun zu Ostern 1970 sind Mr. und Mrs. Weston erneut zu Besuch in Oer-Erkenschwick.

Nicht mehr schwierig

Anfangs war die Verständigung schwierig. Auf beiden Seiten mußte man mit Händen und Füßen nachhelfen, um einander das sagen und fragen zu können, was man wollte. Mittlerweile plaudern die Packmohrs und Westons aber schon ganz schön flott miteinander. Die Deutschen haben etwas Englisch gelernt, die Engländer sprechen mittlerweile ein wenig Deutsch, und so kommt man ausgezeichnet zu Rande.

Steife Förmlichkeit hat man von vornherein über Bord geworfen. Wenn jetzt der Besuch aus England kommt, ist es beinahe so, als wenn nahe Verwandte da wären. Alfons Packmohr, der seiner berufstätigen Frau ohnehin im Haushalt mancherlei hilft, machte es nichts aus, am Ostersonntag mit seinem englischen Freund Charly Weston das gesamte Geschirr in der Küche zu spülen, während die Frauen nach der etwas strapaziösen Feier am Abend zuvor noch etwas schliefen.

Gleiche Interessen

Hüben wie drüben begnügen sich die Frauen nicht damit, nur ihren Haushalt zu machen. Hier ist die Ehegattin freiberuflich tätig, dort steht sie leitend im eigenen Geschäft. Da muß eben die Hausarbeit auch eine Sache der Ehemänner sein, sofern sie nicht einseitig zu Lasten der Frauen gehen soll. Bei solcher Interessengleichheit in beiden Familien ergibt sich eben auch in manchen anderen Dingen Übereinstimmung, was die Freundschaft nur fördert.

Die Gäste aus England sind kritische Beobachter, die die Vorzüge ihres Landes kennen, sich aber auch nichts vormachen. Mr. Weston glaubt, dass in England nicht ganz so "hard" gearbeitet werde als in Deutschland. Und seine charmante Ehehälfte gesteht lächelnd, dass sie letztens schon durch ihren Besuch bei der Familie Packmohr veranlasst wurde, sich ebenfalls ein solches Prachtexemplar an Philodendron für ihre Wohnung zuzulegen, wie es hier im Wohnzimmer steht. Karin Packmohr wiederum hat sich schon manche Rezepte aus der Küche von Mrs. Weston angeeignet. So gwinnen alle miteinander durch eine Freundschaft, die unverhofft an einem spanischen Badestrand begann. Darum werden wohl beide Familien weit über Land und Meer hinweg noch oft herzlich Wiedersehen feiern.

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