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Stimberg Zeitung vom 05.08.1967

Engländer streben
eine Patenschaft an

Mit Stadt Oer-Erkenschwick - Schüleraustausch ?

OER-ERKENSCHWICK. Die englische Stadt Killingworth sucht eine Partnerstadt in der Bundesrepublik. Es sieht so aus, als sollten sich Kontakte zwischen den Briten und Oer-Erkenschwick anbahnen. Bürgermeister Heinz Netta steht der Sache insgesamt positiv gegenüber, nachdem er von dem Ersten Beigeordneten beim Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, Dr.-Ing. Froriep, auf den Wunsch der Engländer aufmerksam gemacht worden ist.

Froriep lernte während des deutsch-britischen Partnerschaftskongresses in Newcastle im Juli des Jahres Direktor Gazzard von der Entwicklungsgesellschaft für den Bau der neuen Stadt Killingworth (nördlich Newcastle) kennen. Dieser Direktor hatte gefragt, ob. ihm Froriep nicht eine Partnerstadt in der Bundesrepublik nennen könne, die etwa gleich groß ist und ähnliche kommunale Probleme aufweist.

Killingworth wurde vor etwa fünf Jahren neu gegründet. Heute leben bereits dort etwa 5000 Menschen. Es ist an eine Ausweitung bis zu 20000 Menschen gedacht. Neben Killingworth entstehen einige weitere neue Städte im Gebiet um Newcastle, das durch zurückgehenden Berg- und Stahlbau notleidet. Ein großzügiges Hilfsprogramm der englischen Regierung ermöglicht hier eine Umstrukturierung und wirtschaftliche Belebung, indem neue Städte und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Als Dr.-Ing. Froriep von dem Anliegen des Direktars Gazzard hörte, dachte er gleich an Oer-Erkenschwick, das ähnliche Probleme hat wie die britische Neustadt.

Gazzard stellt sich den Beginn der Partnerschaft zunächst in bescheidenem Rahmen vor. So hatte er an Schulkinderaustausch gedacht. Später will man sich weitere Maßnahmen überlegen, wozu wohl auch ein gegenseitiger Besuch einiger leitender Damen und Herren der Partnerstädte aus Politik und Verwaltung gehören würde.

Die letzte Entscheidung über eine mögliche Partnerschaft mit dieser englischen Stadt hat natürlich der Rat, doch war Bürgermeister Netta von dem Vorschlag sehr angetan. Seine Argumente waren einleuchtend. Mit der Einführung der Hauptschule würde auch der Englischunterricht für Volksschüler zum Pflichtfach. Damit hätten die Kinder die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse während der Ferien in Killingworth zu vertiefen. Natürlich müßten sich die Eltern der Erkenschwicker Kinder dann auch verpflichten, ihrerseits Schülerinnen und Schüler aus England aufzunehmen. Die Stadt -- so führte Netta weiter aus -- könne sich vielleicht Gedanken machen, wie sie finanzielle Unterstützung leiste. Dabei wolle man von der Kommune aus keineswegs das Ferienhilfswerk beschneiden, doch vielleicht könnten die Träger dieses Werkes einmal ein Zeltlager in der Gegend um Killingworth arrangieren.

Eine Partnerschaft wäre durchaus zu begrüßen. Sie sind sicherlich nützlich, da sie zum gegenseitigen Verständnis der Völker beitragen, Vorurteile abbauen und den Blick weiten. Auch entsteht ein allgemeiner politischer Effekt. Denn mit solchen Partnerschaften wird manches aufgelockert und angebahnt, was sich günstig auf die „große" Politik auswirken kann.

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